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Lichterfest in Rohr

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Ecole Güssing präsentiert Moorfilm

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Rohr im Burgenland

Rohr im Burgenland

Geographische Lage

Das Zickental liegt im südlichen Burgenland an der Grenze zur Steiermark im sogenannten "Südburgenländischen Hügelland".

Der Zickenbach, von dem das Tal seinen Namen hat, entspringt im Ortsgebiet von Burgauberg und entwässert mit seinen 8 - 10 Zuflüssen ein Gebiet von rund 10 000 Ha. Die Fließrichtung ist von Nordwesten nach Südosten. Er mündet bei Güssing in die Strem. Die Gesamtlänge beträgt vom Quellgebiet zur Mündung Luftlinie rund 17 km.

Die größte Ausdehnung des Zickentales in der Breite liegt bei 4 km. Die begrenzenden Hügel haben eine Seehöhe von 350 - 260 m. Die Höhenunterschiede zur Talsohle betragen maximal 80 m.

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Verkehrsanbindung

Das Gebiet ist vom Norden des Burgenlandes kommend über Bocksdorf und im Süden bei Güssing an die Nord-Südverbindung angeschlossen. Die Anbindung an die Bundestraße 65/E66 und an die Autobahn A 2 ist jedoch ungünstig und zum Teil nur über Landesstraßen gegeben.

Innerhalb der Gemeinden gibt es ein weit verzweigtes Netz von befestigten und unbefestigten Güterwegen, das mangels anderer kurzer Verbindungen auch vom zugegebener Maßen eher bescheidenen Schwer- und Berufsverkehr genutzt wird.

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Die Orte im Zickental

Von der Quelle bis zur Mündung liegen die Orte Rohr, Eisenhüttl, Rehgraben, Gerersdorf und Sulz direkt am Zickenbach.

Zum Einzugsgebiet gehören aber auch die an den Zubringerbächen liegenden Orte Heugraben, Kukmirn und Neusiedl bei Güssing zum Zickental. Zur Großgemeinde Kukmirn zählt noch der Ortsteil Limbach, der allerdings westlich der Kette des südburgenländischen Hügellandes im Einzugsbereich der Lafnitz liegt.

Rohr im Burgenland
Eisenhüttl
Heugraben

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Historischer Hintergrund

Das Gebiet ist seit dem 13 Jahrhundert besiedelt. Die Urbevölkerung stammte aus Bayern. Der deutsche Sprachstamm liegt im Heanzischen. Im Zuge der Kriegswirren des frühen 16. Jahrhunderts wurden weite Landstriche entvölkert und waren wüst. Seit 1526 erfolgte durch die Grundherrschaft eine Neuansiedlung von Kroaten, die zum Teil freie Bauern waren. Neben der Kirche zählten die Adelsgeschlechter Batthyany und Festetics zu den Grundeigentümern.

Das Gebiet war bis 1921 Teil des Königreiches Ungarn, Komitat Vas, der Bischofssitz war Steinamanger. Dort befand sich auch die "Hohe Gerichtsbarkeit".
Die niedere Gerichtsbarkeit oblag den Grundherren und dem Dorfrichter mit den Ältesten. Es galt ungarisches Erbrecht, das die Möglichkeit zur vielfachen Grundteilung erlaubte. Die Schulausbildung war bis nach dem zweiten Weltkrieg konfessionell. Ab 1908 bis zur Eingliederung in die Republik Österreich 1921 war Ungarisch einzige erlaubte Amts- und Schulsprache.Von 1921 bis heute(ausgenommen die NS-Zeit) ist das Zickental Teil des Burgenlandes.

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Besiedlungsstruktur

Die Bevölkerungsdichte liegt im Schnitt bei 48 E/Km² und damit deutlich unter dem Durchschnitt des Südburgenlandes. Die Bandbreite reicht von 24 in Rehgraben bis 70 in Sulz. Der Anteil der Kinder -14 Jahren sinkt und der Anteil der Bewohner 60+ steigt.
Die Bevölkerung ist überwiegend römisch katholisch, wobei die Orte Kukmirn, Limbach und Neusiedl einen 50% Anteil von evangelischen Christen mit Augsburger Bekenntnis haben. Ausgenommen in den Orten Eisenhüttl und Heugraben, die noch einen Anteil an kroatischen sprechenden Bewohnern haben, wird Deutsch gesprochen.

Die Siedlungen sind klein, Straßendörfer ohne direkten Ortskern oder Haufensiedlungen mit Aussiedlerrotten sind typisch.

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Klima

Das Gebiet ist eher kontinental orientiert. Heiße Sommer (33°C) mit längeren niederschlagsfreien Hitzeperioden und kalte Winter (bis -20°C) und längeren Frostperioden sind die Norm. Die Schneelage ist mit maximal 50 cm normal.
Längere Nebelperioden sind unwahrscheinlich, die Windsituation ist durch die gegen Norden geschützte Lage im Standard. Die Niederschlagsmenge liegt unter 600 - 700 mm. Hagelschlag ist nur in bestimmten Strichen zu verzeichnen.

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Natur

Das Hügelland zeichnet sich durch einen dichten Waldbestand aus. Der natürliche Bewuchs wäre Buche, Eiche und in den feuchten Niederungen Erle und Weide. Der künstliche Bewuchs ist Fichte und Kiefer.
Die Tallagen weisen dichten Grasbewuchs auf. Auf den Hanglagen sind Streuobst und Trockenrasen typisch. Die Böden bestehen aus lehmigen Sanden und sandigen Lehmen. Sie sind schwer.

Es wird Ackerbau mit Weizen, Gerste, Hafer und Mais betrieben. Kartoffel, Rübe gedeihen, werden jedoch vorwiegend zur eigenen Verwendung angebaut. Das Gebiet ist traditionelles Wein- und Obstbaugebiet.

Der Wald wird von Rot-, Reh- und Schwarzwild besiedelt. Fuchs und Hase, Rebhuhn, Fasan und Wachtel sind heimisch. Habicht, Bussard, Falke werden häufig angetroffen. Storch, Reiher, Schwalben und Mauersegler und eine große Zahl von Singvögel können beobachtet werden. Im Feuchtgebiet von Rohr ist die Bekassine angesiedelt. Feld- und Schlagschwirl und der Teich- und Sumpfrohrsänger sind vor allem im Naturschutzgebiet "Auwiesen Zickenbachtal " heimisch. An den offenen Gewässern sind Wildgänse und Wildenten anzutreffen.

Der Lehm weist an einigen Stellen eine besondere Reinheit auf und wurde vielfach zur Ziegelherstellung verwendet.
In Rohr hat man einen Bentonit angetroffen, der als "Rohr Niedermoor" als Heilvorkommen anerkannt wurde und für medizinische Packungen und kosmetische Anwendungen empfohlen wird.

An manchen Orten wurde früher Kalkstein abgebaut und zu Kalk gebrannt. Steinbrüche sind jedoch die Ausnahme. In Sulz ist ein Sericitschiefervorkommen, das den Leiter für das Mineralwasservorkommen bildet.

Das Grundwasser ist rar. In Eisenhüttl, Heugraben und Rohr sind allerdings eine hohe Anzahl von artesischen Quellen zu verzeichnen. In Sulz wird seit der Römerzeit ein natürlicher Säuerling genutzt. Der Ursprung dieses Mineralwasservorkommens ist vulkanischer Natur. Von dieser vulkanischen Vergangenheit zeugt auch ein Kegel in Kukmirn.

Charakteristisch für die Gegend ist weiters das Vorkommen von Raseneisenerz und die frühgeschichtliche Nutzung zur Eisenherstellung.

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Wirtschaft

Landwirtschaft

Das Gebiet wird durch kleine bäuerliche Betriebseinheiten geprägt. Die Zahl der bäuerlichen Betriebe ist stark rückläufig. Traditionell wurde Viehwirtschaft betrieben. Der Schwerpunkt liegt heute eher im Bereich der Mast von Schweinen und Truthähnen. Die Rinderwirtschaft befasst sich sowohl mit der Milchproduktion als auch mit der Rindermast.

Ein Projekt der besonderen Art ist die extensive Haltung von Ochsen der Rassen Galloway und Aberdeen Angus rund um das Niedermoor zwischen Heugraben, Eisenhüttl und Rohr. Durch die Umstellung von Ackerbau auf Grünland tragen 42 Bauern auf einer Fläche von rund 100 ha nachhaltig zum Schutz des größten Niedermoores bei. Das Fleisch der Ochsen wird unter der Bezeichnung "Zickentaler Moorochse" vermarktet.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet der Edelobstanbau - Apfel - in Kukmirn. Diese Gemeinde ist mit 360 ha Obstanbaufläche die größte Apfelbaugemeinde des Burgenlandes. Die Sorte "Golden Delicious" hat Kukmirn über die Grenzen des Landes hinaus bekannt gemacht.

Forstwirtschaft
Die Verwertung des großen Waldbestandes ist trotz der derzeit hohen Holzpreise bescheiden. Die Holznutzung ist durch die kleinbäuerlichen Strukturen auf Einzelaktionen beschränkt.

Gewerbliche und industrielle Betriebe
Ausgenommen den zur Industrie zählenden Mineralwasserfüllbetrieb (30 Arbeitsplätze) gibt es praktisch nur gewerbliche Klein- und Mittelbetriebe (bis zu 30 Arbeitsplätze). Angepaßt daher ein sehr bescheidenes Bankwesen.

Die Nahversorgung ist nur mehr in 6 der 9 Orte aufrecht.

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Tourismus, Fremdenverkehr

Insektotel - Garten der Sinne

Rund um das Moor entwickelt sich behutsam ein sanfter Tourismus. Bei einer Führung mit ausgebildeten Moorbegleitern erfährt man alles über die Entstehung des Niedermoores und die seltenen Tiere und Pflanzen. Man stapft durch ein Schlammloch, kann im Moor bohren und danach die 13.000 Jahre alten Bodenschichten ergründen.

Für Besucher, die weniger weit wandern wollen, lohnt sich der Besuch des Kräutergartens in Rohr und ein Spaziergang zum Moortümpel und zum Garten der Sinne mit einem Baumriesen. In 5 "Zimmern" werden alle Sinne angesprochen. Ein Insektotel dient dem Schutz der Insekten.

Im Frühjahr werden Spezialführungen mit Vogelkundlern, im Sommer Nachtwanderungen mit Beochtung des Sternenhimmels und des Mondes angeboten.

Bauen mit Lehm oder Weiden und Sommerlager für Kinder sind zu empfehlen.

Neben dem Moor bietet sich dem Tagestouristen ein Besuch bei den Moorochsen, das Schnapsmuseum in Neusiedl bei Güssing, das Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf mit vielen bäuerlichen Objekten oder die Besichtigung des "Güssinger" Mineralwasserbetriebes und des angeschlossenen Bädergläsermuseums an.

Die Gastronomie dieser Genussregion ist klein aber empfehlenswert. Hier findet man für jede Brieftasche das passenden Angebot an burgenländischer Hausmannkost, Schmankerln aus regionaler bäuerlicher Erzeugung und Spezialitäten vom Zickentaler Moorochsen.

Die für die regionalen Feste gedachten großzügigen Säle sind für Bustouristen bestens geeignet.

Die Beherbungsmöglichkeiten reichen vom Vier-Stern Wellness- und Brennereihotel über zwei Drei-Stern Komfortgasthöfe bis zu Privatpensionen und Familienanschluß beim Urlaub am Bauernhof oder bei den Privatzimmervermietern.

In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es die Thermenangebote von Stegersbach und die Nächtigungsmöglichkeiten im Bezirksvorort Güssing.

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Bildung, Kultus und Kultur- und Vereinswesen

2 Kindergärten und 4 Grundschulen sind vorhanden. Die Hauptschulen, sowie andere höhere Schulen sind hingegen in Stegersbach, St. Michael und Güssing. Kukmirn unterhält zwei Musikschulen.

Es existieren in allen Orten Filialkirchen der katholischen Pfarrgemeinden Kukmirn und Gerersdorf, die jedoch von nur einem Geistlichen betreut werden. Die evangelische Kirche hat zwei Kirchen und ein Bethaus. Es gibt in allen Orten eine Feuerwehr.
Fußball im Rahmen des BFV wird in drei Gemeinden betrieben. In den restlichen Orten sind Hobbyfußballer aktiv. In 5 Orten stehen 9 Tennisplätze zur Verfügung. In Kukmirn gibt es einen Skiklub mit Lift, der auch Grasskilauf ermöglicht.

Das gesellschaftliche Leben wird durch zahlreiche Verschönerungs-, Tourismus- und Brauchtumsvereine geprägt. Eine Blasmusikkapelle und zwei Tanzkapellen sind vorhanden. Gesangsvereine und Kirchenchöre bieten Heimatabende und Feste an. Dorffeste runden den Jahresfestkalender ab. Lichterfest in Rohr, Heufest in Heugraben, Apfelkirtag in Kukmirn, Feuerwehrfeste in Eisenhüttl und Rohr. Besonders hervorzuheben ist auf dem Sektor Kultur die Veranstaltungsreihe "Gerersdorfer Kultursommer", die Ausstellungen zeitgenössischer Künstler im Museum in Gerersdorf und die Aktivitäten um den Rohrer Kirtag.

In Gerersdorf war die Mundartdichterin Mathilde Pany + ansässig. Spezielle Vereine bemühen sich um die Revitalisierung des Kastells in Sulz und um die Erhaltung des Freilichtmuseums in Gerersdorf.

Das Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf ist nicht nur durch die bäuerlichen Bauten und die in allen Häusern reichhaltige Einrichtung bekannt. Im Museum finden in regelmäßigen Abständen Ausstellungen namhafter Künstler statt. Im Sommer werden Kurse in alten Handwerkstechniken - Schmiedekunst, Tischlerei und Restaurierung abgehalten.

www.freilichtmuseum-gerersdorf.at

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Besonderheiten des Zickentals

Natur

  • Das Niedermoor und die Auwiesen des Zicken(bach)tales die auf dem Gemeindegebiet von Rohr, Heugraben und Eisenhüttl als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind
  • Bekassine und Braunkehlchen
  • Teich- und Sumpfrohrsänger
  • Feld- und Schlagschwirl
  • Auwiesen bei Gerersdorf - Wachtelkönig, Trollblume und Knabenkraut
  • Die artesischen Brunnen von Eisenhüttl, Heugraben und Rohr
  • Das Mineralwasservorkommen von Sulz

Baudenkmäler und Museen

  • Kastell von 1815 in Sulz, Renovierung und Revitalisierung geplant
  • Mineralwassermuseum in Sulz
  • Freilichtmuseum in Gerersdorf
  • Schnapsmuseum in Neusiedl
  • Bauernkeller in Limbach

Landwirtschaftliche Produkte

  • Obst in Kukmirn, Neusiedl und Gerersdorf
  • Streuobst
  • Schnaps - Edelbrände in Kukmirn, Neusiedl und Gerersdorf
  • Edelweinbau und Uhudler
  • Kernöl
  • Honig
  • Zickentaler Moorochse
  • Essigspezialitäten
  • Xunder Xandl -Fruchtsäfte aus dem BIO-Obstbau
  • Fleisch, Wurst und andere tierische Produkte von Rindern, Schweinen und Schafen
  • Käse
  • Bigala, eine Mischung aus Obstmost und Uhudler
  • Bauernbrot
  • Schafwolle
  • Körbe aus Weiden und Haselnuß
  • Süßwasserfische aus den Fischteichen
  • Keramik und Kunsthandwerk

Kunsthandwerk Verkauf von Kräutern, Tee und Kosmetika

  • Kräuterhütte in Rohr

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